Privat

Stats

Content View Hits : 20897

Impressum

Copyright © 2018 Preitler Hans Ahnenforschung. All Rights Reserved.
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.
 
Hauslbauer
PDF Print E-mail

Zum Aufbau dieser Seite:

Die Bauernhöfe Gratswohl, Hauselbauer und Steuerbauer waren die weiteren Bauernhöfe des Lenzbauer Georg, nachdem dieser an seinen Sohn Johann 1838 übergeben hatte. Da es von Gratswohl und Steuerbauer keine Nachkommenlinien gibt behandle ich diese hier gleich zusammen mit Hauselbauer.

Die Seite bietet nur eine Übersicht und enthält keine Fotos und Tafeln. Der komplette Artikel unterliegt dem Datenschutz und ist nur für registrierte Besucher hier abrufbar. Ich habe aber auch eine reduzierte Version erstellt.

Gratswohl in Raach

Die Hausnummer ist Raach 6 (Waldweg 70; GH Gösting 69,EZ 6). Georg hat sich diesen Hof mit Vertragsdatum 14.6.1839 gekauft. Wie dies möglich war ist nicht belegt, denn Georg wechselt in diesem Fall tatsächlich seinen Grundherren. Den Lenzbauer hatte er schon 1838 seinem Sohn übergeben.

Und bei der Hochzeit seines Sohnes Johann in Gratwein 1841 ist Georg als Bauer in „Rach“ eingetragen.

Zum vulgo Gratswohl habe ich keine unsere Ahnengeschichte betreffenden Geburten und Trauungen in den Gratweiner Matriken finden können. Der Bauernhof scheint dort nur in den Sterbematriken auf.

1861 stirbt dort die Frau von Georg. Georg dürfte bis dorthin mit ihr und seinen beiden jüngeren Kindern Peter und Johanna gelebt haben. Interessant ist, dass im Eintrag zuerst Maria Zötsch geschrieben wurde und erst dann auf „Breuler“ ausgebessert wurde. Kurz nach ihrem Tod fällt in den Gratweiner Matriken auch der Tod eines 3 Wochen alten Findelkinds Breitler Anna in Raach 11 auf. Ein eventueller Zusammenhang mit Peter oder Johanna ist nicht bekannt. Peter hat den Hof interessanterweise 13 Tage vor dem Tod seiner Mutter erhalten. Ob schon ein Umzug zum 1858 erworben Hauslbauer im Gratkorner Freßnitzviertel geplant war?

Peter (Breitler) stirbt dann 1884 dort. Da er nie geheiratet hat und kinderlos gewesen sein dürfte, hat ihn sein ältester Bruder Michael (vulgo Kreuzmichl) beerbt. Dieser, inzwischen verwitwetet, hat den Kreuzmichel bereits an seinen Sohn übergeben und dürfte von da an beim vulgo Gratswohl gelebt haben, denn 1901 stirbt er dort (Preitler).

Der Hof geht an seinen Sohn Johann (vulgo Kreuzmichl) über. Dieser verkauft den Hof 1902. Nach mehreren weiteren Verkäufen, bleibt der Besitz bei einer Familie namens Kopper.

Der Besitz wird heute nicht mehr als Bauernhof betrieben und auf der einstigen Wiese unterm Bauernhof, die zu diesem Besitz gehörte, steht heute die Kirche von Raach.

    Hauslbauer

Zurück aber zum Ahnherrn Georg und seiner Tochter Johanna (PrJ1935-m-f-f-f).

Georg hatte also 1858 diesen Hof noch zusammen mit seiner Frau Maria gekauft. Wahrscheinlich war dieser Kauf für seine Tochter Johanna und die Übergabe des vulgo Gratswohl an Peter schon geplant. Ob Johanna schon 1861 beim Tod ihrer Mutter dort gelebt hat ist nicht bekannt. Auf jeden Fall ist sie und ihr Vater dann aber dorthin gezogen.

Im Matrikenbuch ist der erste Eintrag mit Bezug auf unsere Ahnen beim Hauslbauer am 21.12.1865 die Taufe von Genovefa Breiler, ledige Tochter von Breiler Johanna. Bei der Mutter sind als deren Eltern Georg Breiler und Maria geborene Zötsch eingetragen, Georg als Bauer vulgo Hauslbauer. Johanna ist zu diesem Zeitpunkt schon 36, Georg 69.

Bei P. Clemens ist Freßnitzviertel 10 vulgo „Hofstatt in der Grüssau, Hauslbauer“ es handelt sich um einen Halbbauern. Heute ist nur mehr die Bezeichnung „Hauslbauer“ bekannt. Bei der Grundherrschaft habe wir die merkwürdige Situation, dass der Besitz gleich bei 3 Grundherrschaften geführt wird: Gösting Amt Koglerviertel 128, Rabenstein 128 und Waldstein Amt Semriach 499. Heute ist die Adresse Am Hauselried 1.

Mit Hilfe des Buches BG Graz Umgebung 378 Folio 27, dem Theresianischen Kataster und dem Urbar von Waldstein im Landesarchiv und dieser Taufeinträge lässt sich nachvollziehen wie die letzten Jahre vor dem Verkauf abgelaufen sein könnten. Leider reicht mein wirtschaftliches Verständnis zu diesen Einträgen nicht, damit ich sagen könnte, der wirtschaftliche Niedergang ist durch Verschuldung oder durch Erbstreitigkeiten verursacht worden.

Hier also die Chrononlogie zum Hauslbauer bis zur Übergabe an Johanna 1868.

Im Theresianischen Kataster ist der Besitzer eine Leonhard Fellinger. Diesem folgt Franz Tiechler und sein Sohn Stephan Tüchler.

Laut Urbar Waldstein folgt diesem eine Mathias Kniepeis bis 1834.

In den Matriken lässt sich aufgrund der Hausnummern um 1780 ein Harrer Simon mit seiner Frau Elisabeth Kniepeis (Hausnummer ist da 31) ausmachen. Ob dieser Teile besessen hat oder für Mathias Kniepeis den Hauslbauer bewirtschaftet hat müssten in den Urbaren von Gösting noch ausgeforscht werden denn Harrer Simon und Elisabeth Kniepeis hatten schon 1759 geheiratet.

Mathias Kniepeis taucht in den Matriken ab 1786 bei Hauslbauer auf zuerst mit seiner erste Frau Platner Maria, die er schon früher 1769 geheiratet hatte und mit der bis zum Umzug zum Hauslbauer auf der Rannach gelebt hat und ab 1796 mit Maria Aichbauer.

Im Franziszeischen Kataster 1823 steht als Besitzer auch Kniepeiß Mathias.

Seine Tochter Margaritha heiratet einen Andreas Prügger. Wann die Hochzeit war, weiß ich nicht aber ich habe von 1834 bis 1850 Taufeinträge für Kinder der beiden gefunden, wobei die Taufe der späteren Erbin Theresia nicht dabei war und daher noch vorher gewesen sein muss. Es gibt auch etliche Taufeinträge von Kindern von Mägden.


1848 ist die „Bauernbefreiung“.
1853 heiratet Theresia Prügger einen Peter Hausegger.
Bereits 1854 also 6 Jahre nach der „Bauernbefreiung“ kommt es zu so massiven finanziellen Problemen, dass dies in den Urbaren verzeichnet ist.
1855 versucht Peter Hausegger mit seiner Frau Theresia durch Übernahme den Betrieb zu retten.
1856 kommt dort ihre Tochter Theresia Elisabeth Hausegger zur Welt.
1858 müssen die beiden dann an Georg Breitler und Maria verkaufen.
1861 stirbt Maria beim vulgo Gratswohl, Georg ist Witwer.
1865 wird Genofeva, die Tochter von Johanna Breiler und Enkelkind von Georg geboren.
1868 übergibt Georg an seine Tochter Johanna

Johanna hat nur diese eine Tochter.

Genovefa (PrJ1935-m-f-f) bringt 4 Kinder auf der Welt, aber nur Klara Breitler überlebt. Bei keiner Taufe ist ein Vater eingetragen. Später heiratet sie ihren Knecht Soinigg. Ob dieser auch der Vater von Klara ist? Aufgrund der Zeitspanne würde ich eher vermuten, nein. Von Genovefa gibt es ein Foto in „Die Geschichte der Marktgemeinde Gratkorn“ auf Seite 236.

Klara (PrJ1935-m-f)selbst bringt auch 4 Kinder auf die Welt, wobei 2 bei der Geburt sterben. Wieder ist bei keiner Taufe ein Vater eingetragen. Jakob Preitler ist der 1. der in der Hauslbauerlinie Preitler geschrieben wird. Sein jüngerer Bruder Josef wird Breitler geschrieben und fällt auch im 2. Weltkrieg als solcher.

Warum diese 3 Frauen nicht geheiratet haben ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass es zumindest in der Zeit bevor Jakob den Hof übernahm massive finanzielle Probleme gab. Ob dies allerdings schon von Johanna an so war, erscheint mir eher unwahrscheinlich. Auf jeden Fall war es so, dass wenn jemand heiraten wollte er eine Heiratserlaubnis benötigt hat, die in der Gemeinde bei eigenen Ausschusssitzungen bewilligt wurden. Es ist nicht bekannt, ob diese 3 Frauen je um eine solche Erlaubnis angesucht haben und ob ein solches Ansuchen abgelehnt wurde. Leider ist auch nicht bekannt, ob es entsprechende Protokolle dieser Sitzungen gab und ob diese aufbewahrt und archiviert wurden. Solche Heiratsgesuche wurden meist abgelehnt, wenn die Gemeinde Sorge hatte, dass das heiratswillige Paar nicht für den Lebensunterhalt einer Familie aufkommen könne und der Gemeinde dadurch ein Fürsorgefall entstehen könnte.

Der alte Bauernhof wird im zweiten Weltkrieg vollkommen erneuert. Vom alten existiert ein Foto auf Seite 40 in „Die Geschichte der Marktgemeinde Gratkorn“ allerdings mit völlig falschen Text dazu.

Die Kapelle an der Kreuzung zum Weißeggerhof gehört auch zum Hauslbauer und wurde nach dem 2 Weltkrieg erneuert.

Jakob Preitler wurde sozialistischer Politiker und wurde unter anderem in den steirischen Landtag gewählt, Vorsitzender der sozialistischen Bauern der Steiermark (Arbeitsbauernbund – später Steirisches Landvolk), ... . Auch wenn die Entschuldung der Bauern durch Hitler eine große Hilfe war, den Hauslbauer zu sanieren, so war doch noch sehr viel zu tun und es ist der Verdienst von Jakob und Josefa den Hof gerettet zu haben. Die Entscheidung in die Bauernpolitik zu gehen, war sicher unter anderem auch ein Schritt, der seinen Grund im Zerwürfnis mit dem Gratkorner Ableger des ÖVP-Bauernbunds hatte. Eine Erzählung diesbezüglich handelt von einem Pferd, das wie viele andere nach dem Krieg von den Besatzungssoldaten ausgemustert wurde. Wer wollte konnte sich ein solch heruntergekommenes Tier holen. Jakob hat ein solches Tier aufgefüttert und als Zugpferd verwendet. Nach dem Krieg waren nicht ausreichend Lebensmittel vorhanden. Für die Aufbringung waren in den Gemeinden Kommissionen eingesetzt. Diese Kommission unter Führung des Gemeindebauern-Obmanns hat ihm das Pferd abgenommen mit der Begründung, dass es beim Hauslbauer vor dem Krieg kein Pferd gegeben hat. Das Pferd wurde geschlachtet.

    Steuerbauer

1866 heiratet Georg als 70jähriger, die 39jährige Maria Fix aus Pernegg (laut Matrikeneintrag bei ihm tätige Dienstmagd) und ist zu diesem Zeitpunkt vulgo Steierbauer (Steurerhube) in Schattleiten und hat offensichtlich seiner Tochter Hauslbauer bereits überlassen (erst 1868 legalisiert)

Interessant daran ist, dass der Kauf erst 1870 urkundlich niedergeschrieben ist. Die Vorbesitzer waren seit 1755 Essinger vulgo Handl (durch Heirat mit der Tochter des Vorbesitzers Handl).

Der Bauernhof liegt auf der Straße aus dem Dultbachgraben zum Ort Rannach in einer kleinen Rodungsinsel. Beim Trauungseintrag gibt es die Merkwürdigkeit, dass die Hausnummer als Schattleiten 34 eingetragen ist, obwohl die richtige Nummer 16 ist. Ob hier dem Pfarrer ein Fehler passiert ist, oder ob es Unklarheiten bei den Gemeindegrenzen gab, ist mir nicht klar. Ein späterer Eintrag, der sich auf Maria Fix bezieht hat wieder die richtige Hausnummer 16.

1875 stirbt Georg und der Hof gehört ab da seiner Frau Maria. Diese heiratet später 1878 einen Pilz Andreas vulgo Kefer (grenzt nordwestlich an Hauslbauer) und ist beim Hochzeitseintrag eine geborene Fröller. Um zu klären, wie diese Frau wirklich geheißen hat, muss man wohl in den Matriken von Pernegg nachsehen.

Steuerbauer bleibt vorerst im Besitz von Maria (jetzt Pilz) und laut Überlieferung noch ein paar Generationen im Besitz von Hauslbauer und wird später nur mehr als Wohnhaus genutzt und steht heute leer. Das Wirtschaftsgebäude gibt es nicht mehr. Das schwer renovierungsbedürftige Haus hat aber noch eine neue Hausnummer Ranachbergweg 1 zugewiesen bekommen. Soweit ich es überblicken kann, liegt es außerdem innerhalb des Wasserschutzgebietes. Ich vermute, dass es auch deswegen nicht mehr bewirtschaftet werden durfte.

Der Steuerbauer kommt in unserer Ahnengeschichte bei Johann Jöchlinger (Die anderen Gratkorner Bauernfamilien) nochmals vor.

 

Last Updated on Sunday, 09 January 2011 18:30
 


Forum