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Name Preitler
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Name Preitler bzw. Ortsbezeichnung Preidl

Heute lebende Personen mit Familiennamen Preitler, in den verschiedensten Schreibweisen, lassen sich bis jetzt alle auf Wurzeln im Arzwaldgraben, in der Gegend um Aflenz und auf den Thurgau südlich vom Bodensee zurückführen. Weiters gibt es Preiler im Waldviertel, mit Ahnen, die Preidler geschrieben wurden.

Familiennamen sind meist auf Berufsbezeichnungen, Spottnamen, Vornamen, Gegenständen und Ortsbezeichnungen zurückzuführen.

Dass der Name von einer Ortsbezeichnung kommt, ist für die Arzwalder auf Grund einer Urkunde aus dem Jahre 1206 und eines dort erwähnten Ortnamens sehr wahrscheinlich. Dr. Ambros Gasparics schreibt 1890 in „Deutsch-Feistritz und Peggau mit den nächsten Burgen“ auf Seite 6: „Im Jahre 1206 gab Elisabeth von Gutenberg nach dem Willen ihres verstorbenen Gemahls den Wald- und Alpenbesitz von Recistal (Anm. vermutlich Fehler und richtig ist Necistal), vom Eisengurn aufwärts zum Schwarzegg und Barmbach über die ganze Gebirgshöhe bis zum Preutl und von da über die Höhe Jaurin und den Ursprung des Stübingbachs abwärts nach der Wassersaig gegen den Feustritzbach bis zur Warte, dem Stift Rein.“

„Preutl“ darf durchaus als „Preitl“ gelesen werden, denn in jener Zeit kommt auch Reun statt Rein oder Feustritz statt Feistritz vor. Die meisten der Ortsbezeichnungen in der Urkunde sind heute unbekannt. „Eisengurn“ ist nach Auskunft des Landesarchivs in der Nähe der heutigen Ruine Waldstein, dies passt aber mit den weiteren Erklärungen nicht zusammen. Der Feustritzbach eigentlich Feistritzbach ist der heutige Übelbach. Necistal ist ein alter Name für Neuhof, der Schwarzbachgraben könnte vom einstigen Schwarzegg geblieben sein. Barmbach könnte mit der heutigen Bezeichnung Bärendumpf zu tun haben. Danach wäre Preitl irgendwo auf dem Wanderweg zwischen heutigen Gasthof Krautwasch und Gleinalmschutzhaus zu vermuten. Meine Nachforschungen diesbezüglich haben leider bei der Urkundensammlung von Alanus Lehr, auf die Geschichtsforscher zurückgreifen einen Rückschlag gebracht, da dieser im Gegensatz zu Gasparic „Prental“ aus den Urkunden abgeschrieben hat. In der Nähe der Gleinalmschutzhauses gibt es die Prentl-Alm und da es durchaus die Schreibweise Preindler gegeben hat, wäre durchaus möglich, dass Prentl und der Familienname aus dem gleichen Wort entstanden sind und sich durch das Hinzufügen des Wortes Alm mit den Jahrhunderten eine Veränderung von „eit“ auf „end“ ergeben hat. Hat Lehr nicht wortwörtlich abgeschrieben, sondern bekannte Begriffe verwendet? Ein Rückgriff auf die Originalurkunde ist, soweit ich es verstanden habe nicht mehr möglich. Es gibt nach jetzigen Stand meines Wissen nur mehr diese Abschrift von Lehr und dieses Zitat von Gasparics.

Was ist dann mit den anderen Preidler in den anderen Regionen. Stammen die alle von diesem Preitel und sind sie auch mit uns verwandt?

In den Trauungsmatriken von Aflenz bin ich auf einen Eintrag mit folgender Aussage gestoßen: Am 9.2 1653 heirate ein Philipp Sohn von Georg Preydler am Preydlsberg. Die Matriken von Aflenz beginnen um 1610 und bis 1648 sind dort 103 Preidler geboren, aber weder Philipp kommt in Aflenz vor, noch sonst ein Eintrag enthält den Preydlsberg. Daher vermute ich, dass der Preydlsberg in Aflenz zwar bekannt war, aber nicht im Pfarrgebiet selbst gelegen war. Bei dieser Gegend fallen etliche gleiche Ortsnamen auf, wenn man die verschiedenen historischen Bezeichnungen mit berücksichtigt: Jaurin(g), Stüb(m)ing, D-ie/ö-llach

Auch das Waldviertel kennt einen geografischen Begriff Preidel. (Telefonische Auskunft Landesarchiv).

Alle drei Regionen haben ein paar Gemeinsamkeiten. Unter den Römern dürften sich dort die Kelten zurückgezogen haben und nach deren Rückzug trotz Latinsierung auch geblieben sein und könnten als Volksgruppe geschlossen geblieben sein, bis die Rodungstätigkeit der baiuwarischen Grundherren eingesetzt hat.

Für die Region am Bodensee, weiß ich nicht, ob eine ähnliche Erklärung zutreffen könnte. Dort schreiben sich die ersten auch Breitler und nicht Preidler. Dennoch könnte dies zutreffen und es handelt sich nicht um ein keltisches oder slawisches Wort sondern um einen geografischen Begriff, den erst die deutschen Siedler mitgebracht haben. Da Familiennamen erst ab 1300 entstanden sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Bezeichnung als Familienname aus dem Thurgau kommt.

Die Grundherren haben die Siedler aus ihren Stammländern geholt und insbesondere trifft dies auf die Eppensteiner zu, die um 1000 wohl die umfangreichsten Rodungen und Ansiedlungen durchgeführt haben. Diese waren zwar die Herren des Viehwaldgaus (Landshut, Unterlauf der Isar bevor sie in die Donau mündet), ihre Stammburg Burg Eppenstein ist allerdings auch im Thurgau (und wurde kurz nach 1400 zerstört).

Offensichtlich ist somit, dass der Familienname Preidler an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entstanden sein dürfte.

Preitel habe ich auch als Rezept gefunden. Es handelt sich um eine Variante des Kärntner Reinlings: „der Rosentaler ''Preitel'' hat manchesmal Riesenausmaße und gehört zu den Osterspeisen, die in der Kirche geweiht werden.“ Das komplette Rezept findet sich unter http://www.kochmeister.com/r/22500-kaerntner-reinling.html. Das kann durchaus auch als einen Hinweis verstanden werden, das Preitl ein geografischer Begriff für einen durchaus großen Berg, oder einen Berg mit einer charakteristischen Form, gewesen sein könnte.

Eine weitere mögliche Bedeutung, aber zumindest für die steirischen Preidler eher unwahrscheinlich ist das mittelhochdeutsche Wort Bridel für Zügel, Zaumzeug, dass aber als Wortteil auch sturr, störisch vorkommt in dem Sinne, dass es dies zu zügeln gilt. Diese Erklärung trifft wohl auf den Familiennamen Breidl zu, den es in Deutschland gibt.

Vulgonamen Preitler

Neben den erwähnten vulgo Preidler im Arzwaldgraben bei unseren Ahnen, taucht der Vulgonamen auch sonst noch in der Steiermark auf.

In der Pfarre Aflenz in Aflenz Kurort 37 ist der Hausname Breidler überliefert und auch in Etmißl Lonschitz 11 und Lonschitz 30. Da es in Aflenz und Umgebung über Jahrhunderte B/P-re-i/y-d/t/dt-ler gegeben hat, ist dies nur verständlich.

Weiters gibt es in Kirchbach in der Oststeiermark in Ziprein 15 einen Bauernhof mit Vulgo-Namen Breidler. Über Breidler in dieser Gegend weiß ich bis heute überhaupt nichts.

Breitler heißt es auch in Rohrmoos Untertal Planaistraße 17 in Schladming.

Der Breitlerweg in Traföß (Dort ist die Abzweigung von der Brucker Schnellstraße in die Breitenau) führt zum vulgo Preitler (Breitlerweg 2 und 4). Über Preitler dort ist mir nichts bekannt.

 

Last Updated on Sunday, 09 January 2011 19:17
 


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